Community Reinforcement Approach (CRA)

Kennen Sie den Community Reinforcement Approach?

In der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen werden ganz unterschiedliche Methoden zur Anwendung gebracht. Viele Studien zur Wirksamkeit dieser Konzepte haben ergeben, dass insbesondere Gemeindeprogramme, Soziales Kompetenztraining, Paartherapie und Motivationstherapien eine hohe Wirksamkeit haben. Schon 1973 wurde genau in der Schnittmenge solcher Interventionen von Nathan Azrin und George Hunt der Community Reinforcement Approach (CRA, zu Deutsch Gemeindeorientierte Suchttherapie) entwickelt.

CRA ist als Kombination vieler einzelner Methoden und insb. auf die positive Verstärkung aus dem sozialen Umfeld des Klienten fokussiert. Durch die Analyse des eigenen Verhaltens zwischen Konsum und Abstinenz, dokumentiert in einem Abstinenzkonto, werden in den trockenen Phasen abstinenzfördernde Verhaltensweisen stabilisiert. Die Zufriedenheit in bestimmten Lebensbereichen zu steigern und zu halten wird dadurch wichtiger als die positive Verstärkung durch den Konsum.

Im deutschsprachigen Raum ist es maßgeblich der Verein für gemeindeorientierte Psychotherapie e.V. (VGP) in Bielefeld, der sich dem Einsatz und der Verbreitung dieses psychotherapeutischen Behandlungskonzepts verschrieben hat. Die Trainer im Verein, die zum CRA-Counseler und Supervisor ausbilden, sind zum Teil Mitarbeiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld (EVKB).

Mit dem Clinical Guide to Alcohol Treatment – The Community Reinforcement Approach haben Robert J. Meyers und Jane Ellen Smith 1995 ein Manual vorgelegt, welches den Einsatz in der Praxis beschreibt. Es hat seit dem auf der ganzen Welt und insbesondere in Englisch sprachigen Ländern Einzug gehalten. Dieses Werk wurde auch in mehrere Sprachen übersetzt. Die deutsche Fassung CRA-Maual zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit – Erfolgreicher behandeln durch positive Verstärkung im sozialen Bereich aus dem Psychiatrie Verlag wurde von Wolfgang Lange, Stephanie Kunz und Martin Reker übersetzt.

Gemeinsam mit dem VGP und dem EVKB konnte der exakte Bedarf für ein internetgestütztes Therapieprogramm auf der Basis des Community Reinforcement Approach in der nachstationären Behandlung ermittelt werden. RADIUS erfüllt nach zwei Jahren Entwicklungszeit genau diesen Bedarf und befindet sich seit Herbst 2015 im Einsatz beim EVKB.